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Das Projekt – Gefahrenabwehr im Bereich der Oder

Oderhochwasser

Die Landkreise Uckermark und Barnim haben im Osten eine ca. 61 km lange gemeinsame Grenze mit der Republik Polen. Der größte Teil dieser Grenze, ca. 53,5 km, wird durch den Verlauf der Oder bestimmt. Die Grenze verläuft überwiegend flussmittig. Auf der polnischen Seite befindet sich hier die Wojewodschaft Zachodniopomorskie (Westpommern), unmittelbarer polnischer Nachbarkreis ist der Landkreis Gryfino.

Sowohl der Fluss als auch die angrenzenden Gebiete werden sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite wirtschaftlich und touristisch genutzt. Weiterhin verläuft auf der deutschen Seite parallel zur Oder die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße (Ho-Fri-Wa). Hier verkehren sowohl Schubverbände der Fluss-Schifffahrt als auch Passagiergastschiffe. Es ist ausdrücklich davon auszugehen, dass diese Nutzung mit der Erweiterung des Schengen-Raumes zunehmen wird, soweit die Pläne zum weiteren Ausbau der Wasserstraßen verwirklicht werden. Die Größe der verkehrenden Schiffe und damit auch der Umfang der beförderten Ladung, werden dadurch ebenfalls zunehmen. Es ist davon auszugehen, dass sich unter dieser Ladung verstärkt Gefahrgüter befinden werden.

Auf deutscher Seite befinden sich zwischen der Oder und der Ho-Fri-Wa Poldergebiete, welche größtenteils durch Deiche geschützt und für die Hochwasserabwehr genutzt werden. Gleichzeitig sind sie Bestandteil des Nationalparks "Unteres Odertal"(Karte)  und werden in dieser Eigenschaft vor allem touristisch genutzt. Auch in Polen gehört das oderanliegende Gebiet flussabwärts ab Beginn der Westoder zum Landschaftsschutzpark Dolina Dolnej Odry. Darüber hinaus haben viele Gebiete beiderseits der Oder den Status von Naturschutzgebieten, lediglich der Bereich zwischen Krajnik Dolny und Widuchowa auf der polnischen Seite ist ohne Schutzstatus.

Hinzu kommen auf beiden Seiten der Grenze mehr oder weniger große Waldgebiete, die stark waldbrandgefährdet sind. Auf deutscher Seite betrifft das das Gebiet der Oberförsterei Milmersdorf  Karte Revierförsterei Milmersdorf(hauptsächlich Gartzer Bürgerheide) mit insgesamt ca. 11.500 ha, die in die Gefahrenklasse A (zweithöchste in Deutschland) eingestuft sind. Auf polnischer Seite befindet sich der Piaskow-Urwald (Oberförsterei Chojna) Karte Revierförsterei Chojna mit einer Fläche von 30.000 ha. Dieser ist in die Gefahrenklasse I (höchste in Polen) eingestuft. Nördlich und südlich davon befinden sich 2 weitere zusammenhängende Waldabschnitte in ähnlicher Größe mit der gleichen Gefährdungsklasse.


Auf beiden Seiten der Grenze befinden sich in den Ortschaften in unmittelbarer Fluss- bzw. Ho-Fri-Wa-Nähe Unternehmen, die in den verschiedensten Wirtschaftszweigen produzieren. Auf deutscher Seite sind insbesondere die PCK Raffinerie GmbH, die MVL GmbH  (Mineralölverbundleitung GmbH Schwedt) und die Papierfabriken im Raum Schwedt/Oder zu erwähnen. Das Unternehmen MVL GmbH bewirtschaftet auf deutscher Seite verschiedene Öl- und Produktleitungen, u. a. die Pipeline „Freundschaft“ I + II einschließlich des die Oder zwischen Lunow und Stolzenhagen auf deutscher Seite und Bielinek auf polnischer Seite unterquerenden Dükers. Die wichtigsten Unternehmen auf polnischer Seite befinden sich flussabwärts im Einzugsgebiet der Wojewodschaftshauptstadt Stettin. Unter anderem sind dort die chemischen Werke Police angesiedelt.

Daraus ableitend ergeben sich für den oderanliegenden Raum hauptsächlich folgende Gefahrenschwerpunkte:
 
  • Oderhochwasser, sowohl im Sommer als auch im Winter (Eishochwasser);

  • starke Gewässerverunreinigungen infolge eines Gefahrgutaustrittes mit der Folge der Verunreinigung der angrenzenden Naturschutzgebiete, des Oderhaffs und Gefährdung der Trinkwasserversorgung für den Raum Stettin;

  • Waldbrände;

  • Auswirkungen von Industriehavarien;

  • Havarien auf bzw. mit Passagierschiffen.
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brennendes Gebäude mit Löschfahrzeuge
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Waldbrand
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gesunkenes Containerschiff

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Ölabwehr auf der Oder mit Feuerwehr
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Ölabwehr auf der Oder
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Oderhochwasser -1


Es ist offensichtlich, dass Ereignisse, die die genannten Gefahrenschwerpunkte beinhalten, Auswirkungen in beiden Ländern haben. Insbesondere starke Gewässerverunreinigungen werden beide Ufer in Mitleidenschaft ziehen. Es sind sowohl der deutsche Nationalpark als auch das Landschaftsschutzgebiet betroffen. Auf der polnischen Seite könnten Verunreinigungen des Oderhaffs oder des Trinkwassereinzugsgebietes der Stadt Stettin verheerende Folgen haben.

Genauso deutlich ist erkennbar, dass Ereignisse auf der Oder bzw. in unmittelbarer Odernähe nur dann erfolgreich bekämpft werden können, wenn die Kräfte der beiden betroffenen Länder gemeinsam handeln und ihr Vorgehen miteinander koordinieren.  

Projektziel

Ziel des Projektesstrategisches Ziel
Ziel des Projektes ist es, die Möglichkeit zur Bekämpfung eines  Ereignisses entscheidend zu verbessern. Gleichzeitig soll auch die  Verbesserung der gemeinsamen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von grenznahen Ereignissen, die im Vorfeld dargestellt wurden, erreicht  werden. Realisierbar ist dies nur unter Einbeziehung der oderanliegenden Ämter und amtsfreien Gemeinden, denn diese müssen die zu beschaffende Technik und Ausrüstung bedienen und die eintretenden Ereignisse bekämpfen.
Die Erreichung eines hohen Niveaus der ökologischen Sicherheit für die Bewohner der Landkreise Uckermark, Barnim und Gryfino durch die Schaffung eines Systems zur Umweltgefahrenabwehr, zur Folgebekämpfung von ernsten Industriehavarien, sowie Bekämpfung von Naturkatastrophen und großflächigen Waldbränden zu erreichen.

Interreg IV a Slogan

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