Erfolgreiche Konferenz der Partnerschaft für Demokratie Uckermark
„Demokratie ist größer als eine Wahlkabine“ – das Motto der Uckermärker Demokratie-Konferenz 2025 ging sichtbar auf: eine große Teilnehmerschaft hat das vielseitige Programm angenommen und mitgestaltet. Die 17 Beratungs- und Info-Stände auf dem Engagement-Marktplatz im Foyer des Angermünder Einstein-Gymnasiums waren gut besucht.
Hier konnte man mit dem Beratungsnetzwerk des Landesdemokratiezentrums „Tolerantes Brandenburg“ ins Gespräch kommen, sich über Angebote der Kreisvolkshochschule, des Kreissportbundes, der Kreissportjugend oder über Fördermöglichkeiten bei der Partnerschaft für Demokratie, dem Jugendforum und LEADER informieren. Und vor allem haben sich Initiativen und Vereine aus allen Teilen Uckermark präsentiert, kennengelernt und ausgetauscht.
Der 2. stellvertretende Landrat Henryk Wichmann eröffnete in der Aula vor über 100 Teilnehmenden die Konferenz mit einem kurzen Einblick in die aktuellen Themen auf Landkreis-Ebene. Die Angermünder Bürgermeisterin Ute Erhardt beschäftigte sich in ihrem Grußwort mit dem Begriff Demokratie und warb für „mehr zuhören“. Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung beschrieb die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft für die Demokratie, mit dem Hinweis, dass dies jedoch Verwaltung und Politik nicht von ihrer Verantwortung entbindet, diese zu stärken und zu unterstützen.
Wie diese wichtige Zivilgesellschaft in der Uckermark aussieht und funktioniert – darum ging es beim Podiumsgespräch.
„Wir haben Engagierte eingeladen von ihren Projekten aus unserem Förderfonds zu erzählen, die aber stellvertretend für die vielen aktiven Dorfvereine, Initiativen und Engagierten in der gesamten Uckermark stehen“, so Katja Geulen von der Koordinierungs- und Fachstelle, die die Gesprächsrunde leitete.
Ob generationsübergreifende Spiele-Nachmittage, „Brunch aus aller Welt“, Beteiligung im Kinder- und Jugendortsbeirat oder Vernetzung von Ehrenamt – bei all diesen Beispielen geht es darum ins Gespräch mit Nachbarn zu kommen, sich als Menschen zu begegnen, Gesellschaft mitzugestalten. Was oft für selbstverständlich gehalten wird, ist in Wahrheit der notwendige Kitt für Zusammenhalt, gerade im ländlichen Raum.
Welche Themen den Engagierten in der Uckermark gerade wichtig sind, zeigten kleine Gesprächsrunden aus der Teilnehmerschaft: Klimaschutz, Umgang mit Polarisierung, dörfliche Vernetzung, Verantwortung von Unternehmen.
„Es ist unser Land“ – der Buchtitel von Michel Abdollahi bestimmte das Programm am Abend. Der Fernseh-Journalist und Autor ist aus Hamburg angereist, um mit den inzwischen rund 150 Uckermärkern im Saal des Angermünder Gymnasiums ins Gespräch zu kommen.
„Ich habe Anfragen für Lesungen und Gespräche aus ganz Westdeutschland – in den Osten werde ich nicht so oft eingeladen“ sagte Abdollahi. Umso mehr freue er sich über diesen Abend.
In dem angeregten Gespräch, von Carla Kniestedt moderiert, machte der gebürtige Iraner deutlich, wie gefährdet die Demokratie sei, wie schnell Grundrechte aufzuweichen drohen. Rechte Parteien und Akteure seien rhetorisch gut geschult und beispielsweise auf Marktplätzen oder in kleinen Orten oft viel präsenter. Ein großer Fehler anderer Parteien, das nicht zu erkennen, findet er. Was können wir tun, fragt das Publikum.
„Klopft an die Türen eurer Nachbarn, kommt mit denen ins Gespräch“ so sein Rat – aber ohne kompliziert oder rechthaberisch zu argumentieren, sondern eben menschlich, alltagsbezogen und lösungsorientiert.
Die Partnerschaft für Demokratie Uckermark ist – unter verschiedenen Projektnamen - seit 2007 Teil des Bundesprogramms Demokratie Leben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der Landkreis Uckermark hat somit eine von über 300 Partnerschaften bundesweit. Ihre Aufgabe ist unter anderem die Vernetzung und Förderung demokratie-stärkender Projekte. Die externe Koordinierungs- und Fachstelle dafür befindet sich in Trägerschaft der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark.
Quelle: Partnerschaft für Demokratie Uckermark