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Infrastrukturbündel

Leben im Alter

Pflegedienstleistungen und Wohnen im Alter

Bis 2030 wird annährend jeder zweite Uckermärker über 65 Jahre alt sein. Gleichzeitig wird sich die Zahl der über 80-Jährigen verdoppeln (auf prognostizierte 13.140). Die wachsende Anzahl an Senioren und Hochbetagten führt zu einer stark erhöhten Nachfrage nach Pflegediensten und medizinischen Dienstleistungen.

Auch die Anforderungen an das Wohnen im Alter verändern sich: Die Versorgungssicherheit muss trotz nachlassender Mobilität gesichert sein, ein selbständiges und selbst bestimmtes Leben trotz eventueller gesundheitlicher Handicaps wird angestrebt.

Zudem soll das Wohnumfeld altersgerecht gestaltet und trotzdem attraktiv sein, eben nicht an Heime erinnern und zusätzlich Begegnungsmöglichkeiten bieten.

Zukunft von Bildung und Betreuung

Kita & Schule

Die sich verändernde Altersstruktur in der Bevölkerung in Richtung der älteren Kohorten bringt eine völlig veränderte Betreuungslandschaft mit sich. Sind in den 1970er Jahren eine Vielzahl von Kindertagesstätten infolge der zumeist jungen Berufs-Zuwanderer mit Kindern entstanden, so sind diese Einrichtungen infolge der Abwanderung (aktuell junger Arbeitskräfte!) und der Verminderung an Kinderzahlen bereits in den 2000er Jahren geschlossen, reduziert oder in andere Nutzung gebracht worden.

Die Schulinfrastruktur im Landkreis Uckermark ist geprägt durch einen starken Rückgang der Schülerzahlen insbesondere infolge rückläufiger Geburtenzahlen ab dem Jahr 1992. Zwischen 1995 und 2010 haben sich die Schülerzahlen von über 30.000 auf aktuell knapp 13.000 mehr als halbiert. Bei der Schulentwicklungsplanung sind bisher ausschließlich quantitative Kriterien wie die erwartbare Erreichung der Frequenzrichtwerte für den Schultyp aufgrund vorliegender Prognosen berücksichtigt worden.

Die über den eigentlichen Bildungsauftrag hinausgehenden qualitativen Funktionen von Schulen vor allem im ländlichen Raum finden kaum Berücksichtigung.

Können Schulen als grundlegende soziale Einrichtungen des Kooperationsraumes stärker berücksichtigt werden?

Kommunale Gefahrenabwehr

Brand- und Katastrophenschutz, Rettungswesen, Wasserrettung, Ordnung und Sicherheit

Bereits heute bestehen in weiten Teilen der stark ländlich geprägten Uckermark große Schwierigkeiten bei der Absicherung des flächendeckenden Brandschutzes. Die schrumpfende und alternde Bevölkerung zieht auch in den Freiwilligen Feuerwehren nicht spurlos vorbei. Zwischen 2000 und 2010 ist die Zahl aktiver Mitglieder kontinuierlich von 3249 auf 2839 geschrumpft. Können hauptamtliche Kräfte zur Unterstützung des Ehrenamtes heran gezogen werden?

Auch die anderen vom Ehrenamt getragenen Bereiche des Katastrophenschutzes und der Wasserrettung sind grundlegend von diesen Effekten betroffen und geraten zunehmend unter Druck.

Anpassungsbedarfe gibt es auch im Rettungswesen: Aufgrund der veränderten Altersstruktur wird sich die Zahl und Art der Einsätze verändern. Bereits jetzt zeigt sich, dass Rettungsdienste gerufen werden, weil keine adäquate Hausärzteversorgung vorhanden ist (hier besteht laut der Kassenärztlichen Vereinigung bereits eine Unterversorgungsquote).

Mit der Polizeistrukturreform 2020 hat das Land Brandenburg auf die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung, die damit verbundene Veränderung des Einsatzgeschehens und den perspektivisch weiter sinkenden Finanzmitteln reagiert. Damit einher gehen u.a. Stellenabbau, Schließung von Standorten und ein Rückzug aus der Fläche. So soll die Zahl der Polizisten in der Uckermark bis 2020 z.B. um 31 Prozent sinken (von 312 auf 215).

Technische Infrastruktur

Wasser- /Abwassernetze, Energieversorgung, Breitbandvesorgung

Der demografische Wandel bringt für die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur völlig neue Herausforderungen mit sich, da in Städten und ländlichen Kommunen die Ver- und Entsorgungseinrichtungen für Frisch- und Abwasser überdimensioniert sein werden. Durch die kleiner werdende Bevölkerung wird es z.B. nicht nur schwieriger, das Geld für die Instandhaltung der Abwasserkanäle aufzubringen, auch deren Zustand und Dichtigkeit leiden und (Fäkalien-) Abwässer können in den Boden und das Grundwasser gelangen, was unter anderem gesundheitliche Gefahren, Umweltqualitätsverschlechterung oder bspw. Überdüngung verursachen kann.

Die vorhandenen technischen Infrastrukturen können nur mit einem erheblichen Aufwand an die demografische Situation angepasst werden.

Allerdings bieten separate Siedlungsstrukturen in ländlichen Räumen gute Chancen, lokale Energiegewinnungs- und Versorgungsinfrastruktursysteme zu etablieren. Mittels einer innovativen Schnittstellenlogik können solche lokalen Systeme an die bestehende Netzinfrastruktur angefügt werden.

Der dünnbesiedelte ländliche Raum in der Uckermark ist für derartige Modellvorhaben zur Erprobung von autarken energetischen Lösungsansätzen besonders geeignet.