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Datum: 07.06.2024

Sicherung der Krankenhausstandorte im Fokus - GLG fordert Notlagentarifvertrag

Die bevorstehende Krankenhausstrukturreform, weniger Patienten und steigende Kosten setzen das Gesundheitswesen unter Druck. Besonders Krankenhäuser der Grundversorgung in ländlichen Räumen stemmen sich aktuell gegen eine Pleitewelle. Die GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH erarbeitet derzeit ein Sanierungskonzept für die GLG-Krankenhäuser in Angermünde und Prenzlau, um auch künftig am Standort die Versorgung zu sichern. Dazu fordert die GLG von der Gewerkschaft ver.di einen Notlagentarifvertrag.

Seit Jahren ist die Tendenz erkennbar, weniger stationäre Patienten auf der einen Seite, steigende Kosten für Personal und Sachkosten auf der anderen Seite. Mit Antritt der aktuellen Bundesregierung wurde eine grundlegende Reform der Krankenhäuser und somit der Gesundheitsversorgung angekündigt. Bisher wartet man vergeblich auf die Umsetzung, insbesondere Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung sollten unterstützt werden. Was final in der Krankenhausstrukturreform verankert sein wird, ist weiterhin nicht bekannt. Allein der letzte Referentenentwurf wurde mehrfach verschoben. Im März dieses Jahres informierte die Deutsche Krankenhausgesellschaft, kurz DKG, dass bis Ende 2023 insgesamt 40 Klinikstandorte Insolvenz angemeldet hätten. Allein im Januar 2024 waren es bereits sechs weitere Kliniken, so die DKG in ihrer Pressemitteilung vom 14. März.

Für die GLG ist klar, dass alle GLG-Krankenhausstandorte auch in der Uckermark erhalten werden sollen. Aus diesem Grund wurde von der GLG-Geschäftsführung eine Arbeitsgruppe "Wirtschaftliche Stabilität" als Instrument der Konzerngeschäftsführung etabliert. Diese Arbeitsgruppe, welche vom GLG-Konzernpflegedirektor und Bevollmächtigten der Geschäftsführung für tarifliche Optimierung, Robert Schindler geleitet wird, soll bis Ende September ein Sanierungskonzept für die GLG Medizinisch-Soziales Zentrum Uckermark gGmbH, kurz MSZ, vorlegen. Zu dieser Tochtergesellschaft des GLG-Verbunds gehören die beiden Krankenhäuser in Angermünde und Prenzlau.

"Der wirtschaftliche Druck ist groß, die wirtschaftliche Stabilität akut gefährdet", fasst der kaufmännische GLG-Geschäftsführer Dr. Jörg Mocek zusammen. "Die Zeit bis zu einer eventuellen Krankenhausstrukturreform ist zu lang, wir haben nun die Reißleine gezogen und sanieren unsere Krankenhausstandorte in der Uckermark."

Das MSZ hält im GLG Krankenhaus Angermünde u. a. eine große Psychiatrische Klinik, Innere Medizin und eine Intensivstation vor. Am GLG Kreiskrankenhaus Prenzlau werden Patienten aktuell in der Altersmedizin, Inneren Medizin sowie im Operativen Zentrum versorgt. Im letzten Landeskrankenhausplan Brandenburg verfügen die beiden Krankenhäuser über 289 Betten, inklusive Tageskliniken und beschäftigen über 500 Mitarbeiter.

"Zum Monatsabschluss April steht das MSZ bei einem Defizit von rund einer Million Euro. Die Tendenz zeigt weiter nach unten. Mit dem Sanierungskonzept forcieren wir eine Trendumkehr", so Marita Schönemann, Verwaltungsdirektorin der MSZUckermark gGmbH.

Erschwerend kommen aktuell die Tarifforderungen der Gewerkschaft ver.di für die nichtärztliche Beschäftigungsgruppe hinzu, welche rund 380 Personen der über 500 Beschäftigten umfasst.

Der Leiter der Arbeitsgruppe, Robert Schindler, erklärt: "Im GLG Kreiskrankenhaus Prenzlau haben wir uns bereits vor Jahren auf den Weg hin zu einem Gesundheitszentrum begeben. Dies umfasst den Ausbau ambulanter medizinischer und ambulanter sowie teilstationärer pflegerischer Angebote. Diesen Weg werden wir nun beschleunigen, flankiert mit Sofortmaßnahmen zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität."

Im Rahmen der Erstellung des Sanierungskonzepts sollen auch die Leistungen am GLG Krankenhaus Angermünde neu strukturiert werden. GLG-Konzerngeschäftsführer Dr. Jörg Mocek und MSZ-Verwaltungsdirektorin Marita Schönemann ergänzen, die wichtige Botschaft sei, dass alle Standorte erhalten und kurzfristige zukunftssichernde Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Im Rahmen des Verhandlungsauftaktes mit der Gewerkschaft ver.di zum Tarifvertrag der nicht-ärztlichen Beschäftigten im MSZ wurde durch den Allgemeinen Verband der Wirtschaft für Berlin und Brandenburg der Gewerkschaft ein Forderungsschreiben zum Abschluss eines Notlagentarifvertrages überreicht. Die GLG-Geschäftsführung und der Arbeitgeberverband erwarten nun eine offizielle Antwort zu einem Notlagentarifvertrag.

Quelle: GLG