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Synagogengrundmauern

Die Synagoge der jüdischen Gemeinde ist nicht mehr vorhanden. 1862 im südlichen Teil des Grundstücks errichtet, war sie ein rechteckiger, verputzter Massivbau mit schiefergedecktem Satteldach. In der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde die Synagoge verwüstet und danach bis auf die Grundmauern abgetragen2. In der Stadtmauer gibt es noch ein Portal, durch das die Gemeindemitglieder seinerzeit auf das Synagogengelände gelangten.
In den Jahren 2012/13 wurden die Grundmauern der Synagoge durch den Förderverein für die Städtischen Museen Schwedt/Oder ,,Otto Borriss“ e. V. freigelegt. Mit der Errichtung einer geschlossenen Überdachung, bzw. Einhausung der Grundmauern, so dass dieses auch als Schulungs- oder Versammlungsraum genutzt werden kann, wurde begonnen.

Draufsicht auf die Grundmauern der ehemaligen Synagoge

Draufsicht auf die Grundmauern der ehemaligen Synagoge, September 2013, Förderverein für die Städtischen Museen Schwedt/Oder „Otto Borriss“ e. V.

Unbedingt erwähnt werden muss noch, dass sich in Schwedt/Oder der jüdische Friedhof mit dem Totengräberhaus in der Helbigstraße nahezu unversehrt erhalten ist.
Damit gibt es in Schwedt/Oder noch ein fast komplett vollständig erhaltenes Gebäudeensemble (bis auf die zerstörte Synagoge), welches für das Leben und die Religionsausübung einer jüdischen Gemeinde notwendig ist.

2siehe auch Katrin Keßler: Die Bauwerke der jüdischen Gemeinde in Schwedt/Oder. Petersberg 2007.