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Sagen und Geschichten aus Alexanderhof

Das Kalb mit den zwei Köpfen

Eigentlich ist Alexanderhof kein Dorf, sondern ein Vorwerk mit einem schloßartigen Gutshaus. Erst 1840 wurde diese Ansiedlung erbaut, sie gehörte damals einem reichen jüdischen Bankier aus Prenzlau mit dem Namen Itzig. Über Grund und Boden, auf dem das Vorwerk erbaut wurde, verfügten die Prenzlauer Franziskanermönche vor der Reformation. Kommt man von Prenzlau durch das tief eingeschnittene Gelände südlich von Alexanderhof, so muß der Wanderer einen Hohlweg passieren. Üppiger Strauch- und Baumbewuchs verdunkelt auch am Tage diesen Teil der Straßenführung. An der linken Seite führt eine Steintreppe den Hang hinauf, praktisch ins Nichts. Hier ist es um Mitternacht nicht ganz geheuer. Überlieferungen bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts berichten von einem schwarzen Kalb mit zwei Köpfen in der Geisterstunde. Noch heute beschleicht zuweilen dem Wanderer im Dunkel des Hohlweges ein beklemmendes Gefühl.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag 1997