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Sagen und Geschichten aus Bagemühl

Vom Keperichstein

Von diesem alten Bauerndorf, welches schon in Urkunden 1260 erwähnt wird, erzählt man sich folgende Geschichte: Am Feldweg nach Battin, auf dem Pfarracker oder auch im Keperichbruch, ist es recht unheimlich. Hier soll sich ein recht großer Feldstein befunden haben, der Kepe- oder Käperichstein. Leider kann man ihn heute nicht mehr besichtigen, da er um die Jahrhundertwende herum gesprengt wurde. Die anfallenden Bruchstücke wurden für die Friedhofsmauer vom damaligen Pfarrer verwendet. Auf der Oberseite des Steines waren zwölf kreisrunde Vertiefungen und in der Mitte ein größeres Schälchen aufgebohrt. Über den Sinn solcher Zeichen auf Steinen machten sich natürlich die Ein- und Anwohner von Bagemühl Gedanken. So meinten sie, der Teufel persönlich hätte sie auf dem Stein angebracht, um besser Kegel zum Spielen aufstellen zu können. Andere um die Geschichte des Steines wissende meinten gar, in hellen Vollmondnächten Zwerge um den Stein tanzend gesehen zu haben. Diese Zwerge hatten sogar unter dem Stein ihre Wohnung, und sie kommen an die Erdoberfläche, um aus den Näpfchen auf dem Stein ihre Mahlzeiten einzunehmen.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997