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Sagen und Geschichten aus Fahrenwalde

Die abgeschlagenen Hände

In der Kirche zu Fahrenwalde, zwischen Brüssow und Pasewalk, wurden Jahrhunderte lang in einer Nische an der Ostwand der Kirche, neben dem Altar, die sogar durch eine Klappe verschlossen werden konnte, zwei Frauenhände aufbewahrt. Eine soll sogar aus Holz gewesen sein. Man wußte früher noch zu berichten, daß bei Fahrenwalde eine Frau ermordet worden sein soll. Ihre Leiche lag aber genau auf der Grenze zwischen Fahrenwalde und Wetzenow. Der ganze Körper lag auf der Wetzenower Feldmark, eine abgeschlagene Hand auf der Feldmark von Falkenwalde. Man bestattete die Frau in Wetzenow, die Hand kam in die Kirche von Fahrenwalde. Über die hölzerne Hand wußte man nichts zu berichten, sie soll schon vor längerer Zeit verschwunden gewesen sein. Die andere mumifizierte Hand wurde ins Prenzlauer Museum gebracht. Eine weitere Sage berichtet von einem Dieb, den man in den breiten und starken Kirchturm sperrte, da man dachte, daß er von hier nicht entweichen könnte. Am anderen Morgen war er doch verschwunden. Er hatte in der Leichenkammer einen Besen gefunden, mit dem er an der Turmwand heruntergeritten war. Anderen Berichten nach soll die Totenhand die Hand eines Vatermörders gewesen sein, die aus dem Grabe gewachsen war. Recht gruselig geht es auf dem "Sekelberg" zu. Hier spukt in ganz bestimmten Nächten ein Reiter ohne Kopf auf einem weißen Schimmel.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997