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Sagen und Geschichten aus Falkenwalde

Die Sage vom Bollenberg

Unweit von Falkenwalde liegt der Bollenberg. Es wird erzählt, vor langer Zeit hätten dort einmal zwei Stiere gehaust, ein schwarzer und ein weißer. Ihre Hörner und Hufe wären aus glänzendem Gold gewesen. Früh am Morgen konnte man beobachten, wie sie abwechselnd zum nahegelegenen Prähnsee zur Tränke liefen, begegneten die Bewohner dem schwarzen Stier, bedeutete das für sie einen glücklichen Tag, begegneten sie aber dem weißen, mußten sie auf der Hut sein, denn das verhieß Unglück. So lebten die Menschen mit den Stieren und richteten sich all die Jahre klug nach ihnen ein. Zur Weihnachtszeit konnte man beide Stiere gemeinsam zur Tränke gehen sehen. Mit der Zeit ging aber auch das Gerede um, die Stiere behüteten einen großen Schatz. Das ließ einen der Bewohner Falkenwaldes nicht mehr ruhig schlafen. Im Besitz eines Zauberknochens, beschloß er, den Schatz zu heben. An einem Weihnachtstag, als sich beide Stiere vom Berg entfernt hatten, machte er sich mit seinem Sohn auf den Weg. Am Berg angekommen, fanden sie auch einen Schatz, beluden ihre Trage mit Gold und Silber. Schweigend, denn so war es verlangt, eilten sie zurück. Doch in seiner Gier hatte der Vater den Sohn überschätzt: Dieser konnte kaum noch die Trage halten. Das Schweigegebot vergessend, rief der Vater: "Holl fest!" Die Last wurde plötzlich leichter und nach einer Weile mußten sie feststellen, daß Gold und Silber verschwunden waren. Statt dessen trugen sie nur einen Haufen Stroh. Seit diesem Tage wurden auch die Stiere nie wieder gesehen, Man sagt, sie hätten sich in den Berg zurückgezogen, um den Schatz besser hüten zu können...

Quelle: Heimatkalender Prenzlau 1998, 39. Jahrgang, Kultur arche Prenzlau