Seiteninhalt

Sagen und Geschichten aus Göritz

Das Wiesel vom "Kothschen Berg"

Fährt man von Göritz nach Schönfeld, so sieht man, nicht weit von Göritz entfernt, eine immer mehr verfallende, aber wunderschön gelegene Windmühle. Südlich von ihr liegen die "Kothschen Berge". In einem dieser Berge hauste ein großes Wiesel. Manche sagen auch, es wäre eine große Katze. Vor diesem Tier mußte man sich in acht nehmen. Das Wiesel gehörte einem alten Heidenkönig, der in der Nähe des Berges wohnte. Er war ein reicher König, und er hatte eine schöne Tochter. Bald fand sich auch ein ebenbürtiger Freiersmann, und schließlich heirateten die beiden. Der Schwiegersohn aber war in seinem Herzen sehr böse; denn er hatte es nur auf die Schätze des alten Königs abgesehen. Er ermordete seinen Schwiegervater, raubte viel von seinen Schätzen und floh in ein fernes Land. In großer Trauer wurde der ermordete König von seinem Volk auf dem Berg beigesetzt. Viele Racheschwüre stiegen zum Himmel empor. Dem Mörder nützte die Flucht nichts, auch er wurde in der Fremde erschlagen. Seine Seele kehrte wieder in die Heimat zurück, und er mußte vor dem erscheinen, den er in gemeiner Goldgier erschlagen hatte, Nun sitzt der greise König in jeder Johannisnacht auf dem Berg und hält über den Mörder Gericht. Danach übergibt er ihn dem Wieseltier, welches ihn zerreißt und er ein sehr qualvolles Ende erleiden muß.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997