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Sagen und Geschichten aus Güterberg

Der Spukgeist im Tümpel

Tümpel und Kreuzwege bei Güterberg waren vor langer Zeit ein wahrer Tummelplatz für Spukgeister, die hier um Mitternacht Angst und Schrecken hervorriefen. Gar schlimm trieb es ein Spukgeist am Rande eines Tümpels, der am Weg nach Carolinenthal liegt. Gern sperrte er dem nächtlichen Wanderer, der des Weges kam, das Weiterkommen nach Carolinenthal. Tückisch stieß er jeden, der ihm dabei zu nahe kam, in die dunkle Flut des Tümpels. Wenn Vorüberkommende seiner ansichtig wurden, und mutig versuchten, den Tümpelgeist mit gezielten Steinwürfen zu vertrieben, staunten sie nicht schlecht, daß dieses niemals gelang. Der Spukgeist behauptete seinen Platz auch, wenn er, wie es schien, von Steinen getroffen wurde. Es gab nur ein Mittel, den Spukgeist zu bewegen, in die Tiefen des Tümpels hinabzutauchen: ein Ehering. Aber dieser mußte von einem Priester geweiht sein und man mußte schon mit dem Ring nach dem Tümpelspuk werfen. Zuweilen liegt in der Nähe des Tümpels eine Semmel. Wehe dem, der diese aufnimmt oder gar von ihr zu essen beliebt. Schon das Aufnehmen zieht Krankheit nach sich, und der Verzehr der Semmel bedeutet mit Sicherheit weit Schlimmeres.

Quelle: Erwin Schulz, Das blaue Licht - Sagen und Geschichten aus dem Raum Strasburg-Woldegk, Schibri-Verlag Milow