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Sagen und Geschichten aus Klinkow

Der Klinkower Höllenhund

Kommt man von Prenzlau nach Klinkow, so muß man kurz vor dem Ortseingang durch einen Hohlweg. Hier spukt es seit uralten Zeiten. Geht jemand zu Mitternacht durch den Weg, so muß er an einen Tümpel vorbei, dem Tisfoortenbrock, einem sumpfigen Gelände, links des Hohlweges. Hier kommt dann plötzlich der Höllenhund heraus. Er sieht furchterregend aus, hat faustgroße, funkelnde Augen und drei Schwänze - einen weißen, einen roten und einen gelben. Der Hund geht immer neben dem Wanderer her und sieht ihm ins Gesicht. Sind beide bis an den Hohlweg gekommen, dann ist der Hund plötzlich verschwunden.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997

 

Ein Teufelspakt in Klinkow

In Klinkow selbst lebte vor vielen Jahren ein Knecht, der regelmäßig seinen Wochenverdienst verspielte und vertrank. An einem Sonnabend kehrte er um Mitternacht wieder einmal mit leeren Taschen aus dem Dorfkrug heim. Laut vor sich hin fluchend ging er am Kirchhof vorbei. Wie aus der Kirchhofmauer kommend, stand plötzlich ein fremder, unheimlicher Mann vor ihm. Dieser bot dem Knecht seine Hilfe an. Er sollte sich einen schwarzen Kater besorgen, um Mitternacht an einen Kreuzweg gehen, dort ein helles Feuer anmachen, und den Kater hineinwerfen. Der Fremde - es war der Teufel selbst - wollte ihm dann einen Taler schenken. Vorher aber müßte der Knecht mit ihm um die Wette laufen. Würde er eingeholt, bevor er die Kirchhofmauer erreicht, dann müßte er dem Teufel seine Seele überlassen. Da bekam der Knecht es mit der Angst zu tun, und der Teufel war auch verschwunden. Sein Angebot aber ließ den Knecht nicht zur Ruhe kommen. In einer Vollmondnacht ergriff er sich einen Kater, steckte ihn in einen Sack, nahm trockenes Holz und Stroh mit und aus dem Pferdestall eine Leine. Als er auf halbem Wege zum Kreuzweg war, spannte er die Leine quer über den Weg. Danach ging er direkt zur Wegekreuzung, zündete ein Feuer an und warf den Kater hinein. Da gab es plötzlich einen großen Knall, und die Luft war von Schwefelgestank erfüllt. Der Teufel stand nun leibhaftig vor ihm und hielt ihm grinsend den Taler hin. Sofort stürmte der Knecht los und sprang über die ausgespannte Leine. Der Teufel aber fiel lang hin, und ehe er den Knecht erreichen konnte, war dieser an der Kirchhofmauer. Mit großem Getöse und Gestank verschwand der Böse. So oft nun der Knecht den Taler ausgab, immer wieder fand er in seiner Tasche einen neuen. Es war eben ein Hecktaler.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997