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Sagen und Geschichten aus Klockow

Der große Heinrich

Gleich hinter dem nördlichen Dorfausgang von Klockow biegt rechts von der Straße nach Schönfeld ein alter Feldweg ab. Er führte vor vielen Jahren durch den "Eichquast" an Hünengräbern vorüber - an Heinrichswalde vorbei - nach Fahrenwalde. Dieser Weg wurde, auf der Mitte der Strecke ungefähr, geschnitten von einem anderen, dem Weg von Neuenfeld nach Carmzow. Hier an dieser uralten Wegkreuzung trieb ein ganz wunderliches Gespenst, "De grot Hinrich", sein Unwesen. Meist erschien er denjenigen, die, ob bei Tag oder Nacht, nicht schnell genug über die Kreuzung kommen konnten, und spielte ihnen so manchen Schabernack. Manchmal fordert er sie auf, mit ihm "Hutstoßen" zu spielen. Doch wehe ihnen, wenn sie darauf eingehen. Das Gespenst legt auf einen Stein ein Goldstück und verspricht dem, der am weitesten mit dem Fuß den Hut des Gespenstes fortstoßen könne, als Belohnung ein Goldstück. Dann stößt "De grot Heinrich" zuerst, und der Wanderer, ermutigt durch die geringe Wucht des Stoßes, will es nun auch einmal probieren. Doch das hätte er nicht tun sollen, denn statt des weichen Hutes trifft er mit voller Kraft einen harten Stein, den das Gespenst in den Hut verwandelt hat. Er kann froh sein, wenn er sich nur den "Pottschoh" (Holzpantoffel) zerbricht - und sich nicht auch die Zehen blutig schlägt. Höhnisch-meckernd lacht dann das Gespenst und verschwindet im Gebüsch.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997