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Sagen und Geschichten aus Lützlow

Die Zwerge im Berg bei Lützlow

Unweit vor dem schönen alten Bauerndorf befinden sich die "drei Berge". In diesen wohnten seit Urzeiten Zwerge. Wie nun ein Bauer an einem der Berge pflügt, so tritt da ein kleines Männchen vor ihm hin, vertritt ihm den Weg und fragt, ob er nicht in den Berg mitkommen wolle, es sollte auch nicht sein Schaden sein. Der Bauer ließ auch gleich Pflug und Ochsen stehen und ging mit. Am Berg sah er eine offene Höhle, aus der ein langer Gang weiter in den Berg führte. Da bekam es der Bauer mit der Angst zu tun und lief schleunigst davon. Wäre er hineingegangen, dann hätte er wohl sein Lebtag lang Geld genug gehabt. Oft entstehen solche Sagen, nachdem schon vor Jahrhunderten Bauern beim Pflügen vorgeschichtliche Gräber fanden, zum Beispiel Urnengräber. Man stellte sich vor, daß die darinnen bestatteten Menschen sehr klein gewesen sein müßten. Dagegen flößten ihnen die aus gewaltigen Feldsteinen errichteten steinzeitlichen Gräber Achtung ein, so daß man dachte, nur Riesen, also Hünen, hätten solche Grabmonumente errichten können. Tatsächlich wurde unweit der "drei Berge" ein Skelettgrab eines germanischen Mannes aus der Völkerwanderungszeit entdeckt.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997