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Sagen und Geschichten aus Neuenfeld

Der Keller bei Neuenfeld

Etwa zwei Kilometer südöstlich des alten Gutsdorfes Neuenfeld findet der Wanderer - in einer recht bewegten Landschaft mit kleinen Wasserlöchern, Seen und vor allen Dingen Hügeln - ein gut erhaltenes Großsteingrab aus der Steinzeit, ein sogenanntes "Hühnengrab". Weitere Hügelkuppen sind sicher auch als Grabstätte der Vorzeit genutzt worden. Diese Landschaft wirkt schwermütig, aber auch spannungsgeladen. Hier spukt es seit Jahrhunderten. So wurde im Jahre 1939 eine Sage aufgezeichnet, daß "man im sogenannten alten Neuenfelder Wald des Nachts etwas erblickte, was wie ein weißes Laken aussah"! Einen recht sonderbaren Namen hat das weithin sichtbare Großsteingrab. Es wird der "Keller" genannt. Der Sage nach soll eine Treppe in einen unterirdischen Gang führen, der zur "schwarzen Kuhle" weitergeht, einem tiefliegenden kleinen See nördlich der Grabanlage. Hier wird in Vollmondnächten eine goldene Kutsche gesehen, in der eine Frau mit vor Grauen erstarrtem Antlitz sitzt. Neben ihr sieht man einen Mann mit einer roten Kappe, auf der eine Hahnenfeder steckte. Dreimal umrundet die Kutsche die "schwarze Kuhle" und verschwindet dann im Wasser. Eine weitere Sage berichtet von einer Hexe, die nördlich des Großsteingrabes immer wieder Sand holte, so daß im Gelände eine Vertiefung entstand. Der Sand wurde von ihr wieder angeschüttet, dort wo heute eine Anhöhe sich befindet. Ein Kobold treibt sein Unwesen am Wege von Neuenfeld nach Heinrichshof. Hier befindet sich das "Totenbruch". Kommt des Nachts ein Wanderer des Weges, so springt einem der Kobold auf den Rücken. Geht man jedoch ruhig weiter, so wird man den Kobold bald wieder los.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997