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Sagen und Geschichten aus Nieden

Die wunderlichen Leute auf dem Tangerberg

Rechts der Chaussee von Prenzlau nach Pasewalk, gleich hinter der Kreuzung der Straße von Nieden nach Damerow sieht man ein markantes Hügelgelände mit der alten Namensbezeichnung "Tanger- oder Tannerberg". Hier sollen die sogenannten "kleinen wilden Leute" im Dunkel der Tannen ein heimliches Leben geführt haben. Sie feierten besondere Feste, und sie achteten ganz besonders darauf, daß niemand in die Nähe des Hügels kam, um sie zu beobachten. Ein Nachtwächter aus Nieden aber, der sehr neugierig war, wollte wissen, was die kleinen Leute da heimlich bei ihren Festen so trieben. Er schlich sich in einer Vollmondnacht an die Feierstätte heran. Er sah mitten auf dem Berg ein großes Feuer, und herum im Kreis saßen lauter große Raben. Sie saßen ganz still und hörten zu, was ein großes Pferdegerippe ihnen in für den Nachtwächter unverständlichen Worten sagte. Als der stille Teilhaber das sah, erschreckte er sich heftig, und er lief davon, so schnell er konnte. Am nächsten Morgen fand man zwei der "Waldleute" tot am Wegesrand liegen. Es waren die Wächter der nächtlichen Feier gewesen, die eigentlich unerwünschte Zuschauer fern halten sollten. Sie waren als Strafe für ihr Vergehen erschlagen worden. Die anderen sonderbaren Menschen vom Tangerberg aber hat man in dieser Gegend nie wieder gesehen.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997