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Sagen und Geschichten aus Parmen

 
In Parmen ist folgende Sage zu Tage gekommen:

Vor vielen Jahren, als der Große Parmen-See noch zu Parmen gehörte, haben sich einmal Graf von Arnim, der Besitzer von Parmen war, und der Graf Schwerin, der der Grundherr von Fürstenwerder war, am Parmener See getroffen. Der Graf Schwerin wollte gern den See besitzen. Es gelang ihm, den Grafen Arnim zu einer Wette zu überreden. Wer an einem bestimmten Tag der erste am See ist und die heißeste Tasse Kaffee mitbringt, der sollte den See haben. Der Graf von Arnim ging darauf ein. Er glaubte, seiner Sache sicher zu sein, denn er wohnte ja viel näher am See als der andere. Als es nun an jenem Morgen gerade hell wurde, kam Graf von Arnim mit einer Tasse Kaffee an den See. Graf Schwerin war aber schon da. Er hatte sich über Nacht im Rohr des Sees eingenistet, am Morgen ein Feuer daselbst gemacht und den Kaffee an Ort und Stelle gekocht. Als nun Graf von Arnim herankam, trat der andere Graf mit seiner dampfenden Tasse Kaffee aus dem Rohr. Natürlich war sein Kaffee heißer als der seines Gegners. Und so bekam Graf Schwerin den See. Darum wird auch heute noch oft gesagt: "Graf Schwerin hat den Parmener See für eine Tasse Kaffee gewonnen".

Quelle: Uckermark, komm laß dich verzaubern..., Broschüre des Frauenprojektes PRAKTIKAS, Starke Frauen sehen Land - Frauen in der Dorf- und Regionalentwicklung