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Sagen und Geschichten aus Potzlow

Der gestohlene Roland von Potzlow (am Ückersee)

Potzlow war ehemals eine Stadt, hatte einen Marktplatz und auf diesem einen schönen steinernen Roland. Die Prenzlauer beneideten Potzlow um diesen schönen Roland, und die Potzlower wußten es. Sie bewachten deshalb ihren Roland mit Argusaugen. In einer rabenschwarzen Nacht erschienen jedoch die Bürger von Prenzlau mit einem Wagen, dessen Räder ganz mit Stroh umwickelt waren. Die Leute von Potzlow merkten den kecken Diebstahl zu spät. Sie eilten zwar den nächtlichen Dieben nach, aber es war vergeblich. Soviel man auch forschte, man konnte von dem gestohlenen Roland nichts entdecken. Endlich stellte man einen hölzernen Roland auf, der noch heute in Potzlow steht. Unter den Leuten entstand das Gerede, die Prenzlauer hätten den gestohlenen Roland vergraben. Als man nach 1871 auf dem Marktplatz in Prenzlau ein Kriegerdenkmal errichten wollte, fand man in der Erde die Überreste eines steinernen Rolands. Vielleicht hat die Sage vom gestohlenen Roland in Potzlow wirklich ihre Bestätigung gefunden.

Quelle: Unsere Heimat, Blätter für Heimatpflege, Unterhaltung und Belehrung, Wochenbeilage zum "Templiner Kreisblatt, Templiner Zeitung", Nr. 53, Freitag, den 04.März 1938, 91. Jahrgang