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22.10.2019

Presseinformation des Gesundheitsdienstes

Am 18.10.2019 wurde dem Gesundheitsamt eine akute Hepatitis A Erkrankung (ansteckende Gelbsucht) eines 6-jährigen Kindes aus Schwedt/.O. gemeldet, das stationär behandelt wurde. Das Kind hat bis zum Ausbruch der Erkrankung eine Kindertagesstätte in Schwedt/O. besucht. Die Hepatitis A ist eine Viruserkrankung, die zu einer Leberentzündung führt. Der Erreger gelangt über den Blutweg in die Leber und wird über den Darm ausgeschieden. Die Übertragung geschieht gewöhnlich fäkal-oral durch Schmierinfektion entweder direkt durch enge Personenkontakte oder indirekt durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände.Nach einer Inkubationszeit von 15 - 50 Tagen (im Durchschnitt 25 - 30 Tagen) beginnt die Erkrankung uncharakteristisch mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Übelkeit, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Danach kann es zur Gelbfärbung der Skleren (Augenweiss), der Haut sowie zu einer Entfärbung des Stuhls und zu einer Dunkelfärbung des Urins kommen. Häufig kann Hautjucken oder ein leichter Hautausschlag auftreten. Außerdem ist eine schmerzhafte Schwellung von Leber und Milz zu beobachten. Der Verlauf einer Hepatitis A Infektion ist vor allem bei Kindern häufig symptomarm. Mit zunehmendem Alter, insbesondere bei Begleiterkrankungen, kann es zu schwereren Verläufen kommen.Bei der Hepatitis A handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Da der Erkrankte bereits 1-2 Wochen vor dem Auftreten der Krankheitssymptome ansteckend ist, ermittelt der Gesundheitsdienst alle möglichen Kontaktpersonen und ergreift geeignete Maßnahmen, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.Bei engen Kontaktpersonen werden durch das Gesundheitsamt umgehend ein Beratungsgespräch, eine Impfstandkontrolle und bei ungeimpften Personen eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A durchgeführt. Durch die Immunisierung soll eine Infektion verhindert werden. Bei bereits erfolgter Ansteckung kann trotz der Impfung zwar eine Erkrankung nicht ausgeschlossen werden, es ist aber ein abgeschwächter Verlauf zu erwarten.Dem Personal, das in der Einrichtung tätig ist und den Eltern der Kinder, die in der Kindertagesstätte in Schwedt/O. direkten Kontakt zu dem erkrankten Kind hatten, wurden durch den Gesundheitsdienst Informationsbriefe zur Hepatitis A Erkrankung, zur erforderlichen Riegelungsimpfung und zu allgemeinen Hygienemaßnahmen ausgehändigt. Mit dem Vorliegen der Einverständniserklärung der Eltern zur Impfung werden am 22.10.2019 vormittags in der Kindertagesstätte sowie am Nachmittag und am 23.10.2019 im Gesundheitsamt in Schwedt/O. Riegelungsimpfungen gegen Hepatitis A bei den betroffenen Kindern und Erziehern durchgeführt. Den Eltern stehen bei Beratungsbedarf die Ärzte des Gesundheitsamtes im Rahmen der Impfaktion zum persönlichen Gespräch zur Verfügung.In den Jahren 2017 bis 2019 sind dem Gesundheitsamt pro Jahr jeweils 2 akute Hepatitis A Erkrankungen gemeldet worden. Hierbei war bei den ermittelten Kontaktpersonen kein Bezug zu Gemeinschaftseinrichtungen herzustellen. Deshalb waren bei diesen Erkrankungen keine umfangreichen Riegelungsimpfungen wie im aktuellen Fall erforderlich.