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04.02.2020

Information zu ,,Roten Gebieten" nach Brandenburger Düngeverordnung

In den ausgewiesenen Gebieten sind u. U. spezielle und über die Düngeverordnung hinausgehende Anforderungen einzuhalten. 

Es handelt sich um folgende einzuhaltende Vorgaben der BbgDüV¹: 

1.

Das Aufbringen von Wirtschaftsdüngern, inkl. Gärrückständen darf nur erfolgen, wenn vor dem Aufbringen ihre Gehalte an Gesamtstickstoff, verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff und Gesamtphosphat auf der Grundlage wissenschaftlich anerkannter Messmethoden vom Betriebsinhaber oder in dessen Auftrag festgestellt worden sind. Die Probenahme hat aus jeder Lagerstätte des Betriebes einmal jährlich, in der Regel vor Beginn der Hauptausbringsaison zu erfolgen. Bei Aufnahme von Wirtschaftsdünger sowie Gärrückständen aus anderen Betrieben, rechtlich selbständigen Biogasanlagen oder überbetrieblicher Verbringung sind aktuelle Analysen/Deklaration des abgebenden Betriebes erforderlich. 

2.

Vor dem Aufbringen wesentlicher Mengen an Stickstoff (mehr als 50 kg Gesamtstickstoff je Hektar und Jahr) ist der im Boden verfügbare Stickstoff (Nmin) vom Betriebsinhaber auf jedem Schlag oder für Schläge, die zu einer Bewirtschaftungseinheit zusammengefasst sind– außer auf Grünlandflächen,  Dauergrünlandflächen  und  Flächen  mit  mehrschnittigem  Feldfutterbau  –  für  den Zeitpunkt der Düngung, mindestens aber einmal jährlich, durch  Untersuchung repräsentativer Proben zu ermitteln. Der Betriebsinhaber darf nicht mehr auf die Richtwerte der nach Landesrecht zuständigen Stelle (LELF) zurückgreifen! 

3.

Auf Grünland, Dauergrünland und auf Ackerland mit mehrjährigem Feldfutteranbau bei einer Aussaat bis zum 15. Mai dürfen Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff in der Zeit vom 15. Oktober bis zum Ablauf des 31. Januar nicht aufgebracht werden. Damit wird die Sperrzeit für diese Flächen um 2 Wochen verlängert.

 

Welche Flächen Ihres Betriebes in der Nitratkulisse nach BbgDüV liegen, können Sie im Feldblockkataster des Landes Brandenburg recherchieren. Dazu bitte auf den betreffenden Feldblock zoomen und das Thema „Düngeverordnung“ aktivieren. 

Unter folgendem LINK finden Sie die Karten:

https://maps.brandenburg.de/WebOffice/?project=DFBK_www_CORE

Betriebe, die nachweisen, dass der betriebliche Nährstoffvergleich nach § 8 Abs. 1 DüV für Stickstoff im Durchschnitt der letzten drei Düngejahre den Kontrollwert von 35 kg Stickstoff je Hektar und Jahr nicht überschreitet, können auf Antrag beim Landwirtschafts- und Umweltamt von den zusätzlichen Anforderungen befreit werden. Als Nachweis sind die Nährstoffvergleiche der letzten 3 Jahre einzureichen. Ein entsprechender Antragsvordruck ist auf den Seiten des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) veröffentlicht.

 

¹ BbgDüV   Brandenburgischen Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung in belasteten Gebieten (Brandenburgische Düngeverordnung ) vom 28. August 2019, veröffentlicht im Gesetz und Verordnungsblatt Brandenburg GVBL II – 2019 Nr. 67