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10.02.2021

Hinweise zu den Sperrfristen nach Düngeverordnung

Am 01. Februar endet die Sperrfrist für Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff nach § 6 Absatz 8 der Düngeverordnung (DüV). Dazu zählen Gülle, Jauche, Gärreste und Geflügelkot sowie stickstoffhaltige Mineraldünger, aber auch Klärschlämme. Ausnahmen: Für Stallmist und Kompost gilt eine verkürzte Sperrfrist vom 15. Dezember bis 15. Januar.

Neue Verbote für gefrorenen Boden

Mit den Änderungen zur DüV im April 2020 wurden die Anforderungen an die Aufnahmefähigkeit des Bodens verschärft. Danach muss der Boden bei der Düngung aller stickstoff- oder phosphathaltiger Düngemittel nun vollständig frostfrei sein. Als gefroren gilt ein Boden, der zum Zeitpunkt der Düngung an der Oberfläche oder in beliebiger Tiefe Frost aufweist. Das bedeutet: Sobald die Bodenoberfläche gefroren ist, auch wenn sie um die Mittagsstunden wieder auftaut, darf nicht ausgebracht werden. Gleiches gilt, wenn die Oberfläche frostfrei, einige Zentimeter darunter aber noch Frost im Boden ist. Auch dann ist keine Düngung zulässig! Eine Ausnahme gibt es nur für Kalkdünger deren Phosphatgehalt < 2% beträgt.

Weiterhin gilt ein Aufbringverbot für überschwemmte, wassergesättigte und schneebedeckte Böden. Ein Boden gilt als wassergesättigt, wenn der gesamte Porenraum wassergefüllt ist. Dies ist insbesondere daran erkennbar, dass auf freier, ebener Fläche (nicht Fahrspuren) Wasserlachen sichtbar sind oder beim Formen des Bodens (außer Sand) Wasser austritt oder die Befahrbarkeit bei frostfreiem Boden nicht möglich ist. Als schneebedeckt gilt ein Boden, dessen Oberfläche durch Schneeauflage nicht mehr zu erkennen ist.

Jeder Landwirt ist in der Pflicht, vor einer Aufbringung von stickstoff- und phosphathaltigen Düngemitteln die Aufnahmefähigkeit des Bodens zu prüfen.

Pflicht zur bodennahen Ausbringung auf bestelltem Ackerland

Seit 01.Februar 2020 dürfen flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel, wie beispielsweise Gülle und Gärreste, auf bestelltem Ackerland nur noch streifenförmig ausgebracht werden. Für eine bodennahe Ausbringung kommen Schleppschlauch- Schleppschuh- und Injektionsgeräte in Frage.

Abstände zu Gewässern nach DüV beachten

Bei der Düngung darf es nicht zu einem direkten Eintrag bzw. Abschwemmen von Nährstoffen in oberirdische Gewässer kommen (§ 5 DüV). Der Mindestabstand zwischen dem Rand der durch die Streubreite bestimmten Aufbringungsfläche und der Böschungsoberkante des jeweiligen oberirdischen Gewässers beträgt 4 m. Der Mindestabstand kann auf 1 m reduziert werden, wenn Aufbringungsgeräte eingesetzt werden, die Düngemittel exakt verteilen. Dies sind Geräte, bei denen die Streubreite der Arbeitsbreite entspricht oder die über eine Grenzstreueinrichtung verfügen. Es ist generell verboten, innerhalb des 1 m breiten Streifens entlang der Böschungsoberkante stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel aufzubringen. Die Vorsorgepflicht dafür, dass der letzte Meter am Gewässer nicht gedüngt wird, liegt beim Landwirt. So muss sich jeder Bewirtschafter zur Vorsorge gegen Nährstoffeinträge durch Düngungsmaßnahmen an die aktuellen Vor-Ort-Bedingungen anpassen und gegebenenfalls einen noch größeren Sicherheitsabstand als vier Meter zum Gewässer einhalten.

Das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) informiert darüber auch auf seiner Internetseite unter der Rubrik „Bodenschutz und Düngung“.

Verstöße gegen die genannten Regelungen sind bußgeldbewehrt und Cross Compliance relevant.