Seiteninhalt

25.08.2021

Hinweise Herbstdüngung 2021

Mit den Anpassungen der Düngeverordnung in 2017 und 2020 wurden die Anforderungen an die Düngemaßnahmen insbesondere im Herbst erhöht. Zudem sind in der sogenannten Nitrat-Kulisse (sog. Rote Gebiete) weitere düngerechtliche Auflagen einzuhalten. Daher werden im Folgenden einige Hinweise zur Herbstdüngung formuliert:

Grundsätzlich darf nur gedüngt werden, sofern ein Düngebedarf für Stickstoff (N) und Phosphor (P) schriftlich ermittelt und damit nachgewiesen wurde. Für die Herbst-Düngung ist das Formblatt des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) auszufüllen.

1.

Nach der Ernte der letzten Hauptfrucht beginnt die Sperrfrist für die Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N in der TS) auf Ackerland. Bis zum 01.10. ist das bedarfsgerechte Düngen (max. 30 kg Ammonium-N/ha oder 60 kg Gesamt-N/ha) nur gemäß folgender, festgelegter Ausnahmen zulässig ist:

-  zu Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfutter bei einer Aussaat bis zum Ablauf des 15.09. oder

-  zu Wintergerste nach Getreidevorfrucht bei einer Aussaat bis zum Ablauf des 1.10.

Bei der Aufbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost gilt allein die separate und kürzere Sperrfrist vom 01.12. bis zum Ablauf des 15. 01. Daher ist dafür eine Düngebedarfsermittlung nach dem Formblatt des LELFs nicht erforderlich.

Auf Grünland, Dauergrünland bzw. Ackerflächen mit mehrschnittigem Feldfutter (Saattermin bis 15.05.) darf in der Zeit vom 01. 09. bis zum 01. 11. (Grünland) bzw. 1. 10. (Feldfutter) maximal 80 kg Gesamt-N je Hektar aus flüssigen organischen, organisch-mineralischen Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N in der TS) aufgebracht werden.

2.

Auf Flächen in der Nitratkulisse (Rote Gebiete) gelten weiterführende Einschränkungen für die Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff nach Ernte der letzten Hauptfrucht:

- Eine Herbstdüngung bis 01.10. zu Winterraps ist nur zulässig, wenn mittels Bodenprobe ein Nmin-Wert (Tiefenschicht 0-30 cm) von kleiner 45 kg N nach-gewiesen wurde. Die Aussaat des Winterraps

  muss bis 15.09. abgeschlossen sein.

-  Eine Herbstdüngung zu Zwischenfrüchten ist nur mit Futternutzung bei Aussaat bis  zum Ablauf des 15.09. ebenfalls bis zum Ablauf des 01.10. zulässig.

-  Die Sperrfrist für Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem  Feldfutterbau wurde innerhalb der Nitratkulisse auf den Zeitraum 01.10. bis 31.01.  verlängert.

-  Vom 01.09. bis zum Beginn des Verbotszeitraums (01.10.) dürfen auf Grünland, Dauergrünland und auf Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer  Aussaat bis zum 15. Mai nicht mehr als 60 kg  Gesamtstickstoff/ha mit flüssigen organischen und flüssigen organisch-mineralischen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern mit wesentlichem Gehalt an verfügbaren Stickstoff oder Ammoniumstickstoff (wenn das Düngemittel mehr als 1,5 % N in TM enthält und dabei mehr als 10 % löslich ist) aufgebracht werden.

-  Die Sperrfrist für die Anwendung von Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Komposten ist erweitert auf den Zeitraum 01.11.bis 15.01.

-  In der Nitratkulisse dürfen ferner Zwischenfrüchte ohne Futternutzung im Herbst bis  zum 01.12. mit Festmist von Huf- oder Klauentieren bzw. Kompost bis in Höhe von  maximal 120 kg Gesamt-N gedüngt werden.

-  Bei der Anwendung von Wirtschaftsdüngern sind diese zwingend vor Ausbringung auf ihre Gehalte an Gesamtstickstoff, verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff und Gesamtphosphat zu untersuchen.

Verpflichtender Zwischenfruchtanbau in der Nitratkulisse:

In der Nitratkulisse gilt weiterhin zu bedenken, dass im Fall des Anbaus von Kulturen mit einer Aussaat oder Pflanzung nach dem 1. Februar Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff nur aufgebracht werden dürfen, wenn auf der betroffenen Fläche im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut wurde. Dies gilt nicht für Flächen in Gebieten mit weniger als 550 mm Niederschlag im langjährigen Mittel. Eine Kulisse für Flächen mit durchschnittlich mehr als 550 mm Niederschlag/Jahr wird zeitnah im Feldblockkataster (WebOffice des Landes Brandenburg) veröffentlicht. Es ist daher betriebsindividuell zu prüfen, inwiefern in diesem Herbst ein Zwischenfruchtanbau vor Sommerungen 2022 auf Flächen in der Nitratkulisse erforderlich ist. Die Zwischenfrucht darf nicht vor dem 15.01.2022 umgebrochen werden.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass für die Herbst-Düngeplanung außerhalb und innerhalb der Nitratkulisse auf der Internetseite des LELF unter der Rubrik Bodenschutz und Düngung sowohl Formulare als auch Hinweise zugänglich gemacht wurden.

Link:

https://lelf.brandenburg.de/lelf/de/landwirtschaft/acker-und-pflanzenbau/bodenschutz-und-duengung/

Verstöße gegen die genannten Regelungen sind bußgeldbewehrt und Cross Compliance relevant.