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05.04.2012

Informationen zum Duncker'scher Muskelegel

Duncker’scher Muskelegel (Alaria alata)
(auch: Dunckerscher Muskelegel)

Das Gesundheits- und Veterinäramt des Landkreises Uckermark hat im April 2006 die gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung von Proben auf Trichinellen als eine zentrale Dienstleistung für die Jäger in der Uckermark übernommen. Für das Jagdjahr 2007/2008 kamen 4739 Proben zur Analyse (=67,5% der im Kreis erlegten Wildschweine).

Während bislang im Landkreis Uckermark nur in einem Fall (im Jahr 2007) ein Tierkörper wegen einer Trichinelleninfektion (!) untauglich beurteilt werden musste, häufen sich die Nachweise vom Duncker’schen Muskelegel als Nebenbefund der durchgeführten Untersuchungen mittels der Verdauungsmethode. Weit mehr als 20 Tierkörper wurden inzwischen aus diesem Grund verworfen.

Der Duncker’sche Muskelegel ist eine Vorstufe des adulten Saugwurms Alaria alata. Er lebt im Darm der Endwirte (Fuchs, Marder, Marderhund). Von den Endwirten mit dem Kot ausgeschiedene Eier durchlaufen nun einen Entwicklungszyklus, in dem sie sich über einen ersten und zweiten Zwischenwirt (Schnecken und Kaulquappen) zur Mesozerkarie entwickeln. Hierbei handelt es sich um ein Larvenstadium dessen gesamte Entwicklung an das Wasser gebunden ist. In der Uckermark ist eine Vielzahl solcher Biotope vorhanden. Der Entwicklungszyklus schließt sich, indem die Endwirte mit Mesozerkarien infizierte Zwischenwirte über die Nahrung aufnehmen.

Auch andere Tierarten sowie der Mensch können sich mit dieser Vorstufe von Alaria alata, dem Duncker’schen Muskelegel, infizieren. Eine Infektion des Menschen kann z. B. durch den Genuss von nicht ausreichend erhitztem befallenem Wildschweinfleisch entstehen. Diese Erkrankung wird als larvale Alariose bezeichnet. Sie kann in Abhängigkeit von der Anzahl der aufgenommenen Mesozerkarien zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Gegenwärtig laufen unter Federführung der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, im Fachbereich „Veterinary Public Health“ (VPH), Untersuchungen zum Vorkommen, zum Nachweis und zur Beurteilung des Duncker’schen Muskelegels. An den Forschungsarbeiten ist auch eine Kollegin des Gesundheits- und Veterinäramtes des Landkreises Uckermark verantwortlich beteiligt.

Bis zum Abschluss der Untersuchungen und sich möglicherweise neu ergebenden Erkenntnissen ist die Jägerschaft auf der sicheren Seite, wenn sie die vom Gesundheits- und Veterinäramt gegebenen Hinweise beachtet.

Ansprechpartner im Gesundheits- und Veterinäramt sind:

Herr Dr. Achim Wendlandt Tel.: 03984 701139
Herr Dr. Dieter Saß Tel.: 03984 701539

Die hier hinterlegte Videosequenz zeigt den Duncker’schen Muskelegel nach durchlaufener Verdauungsmethode, wie er im neuen Wirt vorhanden wäre.