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Breitbandausbau - "Weiße Flecken"

In den kommenden Jahren sollen alle sogenannten „weißen Flecken“ in der Internetversorgung der Uckermark verschwinden. Vor allem in den ländlichen Regionen der Uckermark werden nun hochleistungsfähige Glasfaserleitungen verlegt, die eine Internetgeschwindigkeit an das Internet für jeden angeschlossenen Haushalt von einem Gigabit pro Sekunde sowohl im Download als auch im Upload ermöglichen.

Damit wird die ländliche Region mit einer Internet-Geschwindigkeit ausgestattet, wie es sie in manchen großen städtischen Ballungszentren noch nicht gibt.

Bei den Ausschreibungen für das Verlegen der Glasfaserkabel und den Anschluss der Grundstücke haben sich mit der e.discom und den Schwedter Stadtwerken zwei heimische Unternehmen durchgesetzt, damit bleibt ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region.


Informationen zum Breitbandausbau

Startschuss für die digitale Gigabit-Zukunft

Breitbandkoordinator des Landkreises Uckermark André Reichow über die Ziele und Hintergründe des Projektes.

André Reichow
Breitbandkoordinator André Reichow

Herr Reichow, schnelles Internet kommt in die Uckermark. Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass die Haushalte, die wir anschließen werden, künftig mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde im Internet surfen und Dateien hochladen bzw. absenden können. Und zwar mit gleicher Geschwindigkeit im Upload und im Download. Das ist ein Quantensprung im Vergleich zur jetzigen Situation. Zur Zeit sind maximal 100 Mbit pro Sekunde möglich, an Orten, wo es Supervectoring gibt, auch 250 Mbit/s. Aber das gilt längst nicht für alle Haushalte. Viel zu Viele müssen sich mit deutlich bescheideneren Geschwindigkeiten zufriedengeben. Und das Hochladen wird mit seiner deutlich geringeren Geschwindigkeit oftmals zur Strapaze. Wer einmal versucht hat, ein Fotobuch via Internet zu erstellen, weiß, wovon ich spreche.

Wie ist diese deutliche Verbesserung möglich?

Wir verlegen parallel zu den bestehenden Netzen der Telekom und anderer Anbieter ein komplett neues Glasfasernetz, das einen Glasfaseranschluss direkt ins Haus bringt. Das gab es bislang nicht. Selbst wo die Telekom Glasfaser verlegt hat, führen diese Leitungen nur zu den Verteilerkästen. Von dort geht es per Kupferkabel zu den Haushalten. Das ist in etwa so, als wenn Sie in einem Porsche über die Autobahn brettern können und auf der Landstraße dann mit einem Traktor weiterfahren müssen. Wir legen den Autobahnanschluss sozusagen direkt ins Haus. Das garantiert die hohe Geschwindigkeit. Und niemand muss seinen Anschluss mit weiteren Nutzern teilen, was die Geschwindigkeit wieder drosseln könnte.

Was müssen die Haushalte, die sich anschließen lassen, dafür bezahlen?

Nichts. Die Leitung wird zu ihnen kostenlos ins Haus gelegt. Wenn sie sie dann aber nutzen wollen, müssen sie natürlich einen Vertrag mit einem Internetanbieter abschließen. Aber das ist ja jetzt bei denen, die mit einer Kupferleitung versorgt sind, auch schon der Fall. Der Anschluss selbst ist kostenfrei.

Welche Haushalte kommen in den Genuss der Förderung?

Alle Haushalte im ländlichen Raum außerhalb der größeren Städte der Region, die bislang unterversorgt sind.

Was heißt unterversorgt?

Unterversorgt heißt, dass sie einen Internet-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von unter 30 Mbit pro Sekunde haben.

Wer also auf dem Dorf schon ein relativ komfortables Internet mit 30 Mbit und mehr hat, kommt also nicht in den Genuss der Förderung?

Leider nicht. So bestimmen es aber die Förderrichtlinien. Aber diejenigen, die bislang sehr schlecht versorgt sind, werden an die Datenautobahn angeschlossen.

Wie viele Haushalte wollen sie anschließen?

Wir gehen von über 12.000 Haushalten aus, die wir kostenlos mit High-Speed-Internet versorgen können. Wir wollen eine Anschlussquote von 90 Prozent im ländlichen Raum erreichen. Und wir können wirklich jedes Grundstück anschließen, egal wie abgelegen es liegt.

Mit wem kooperieren Sie?

Das Projekt wird von der e.discom in Kooperation mit den Stadtwerken Schwedt umgesetzt.

Was muss ich tun, um einen Anschluss zu erhalten?

Sie müssen sich an die e.discom oder die Stadtwerke Schwedt wenden und einen Grundstücknutzungsvertrag abschließen, damit die Glasfaser auf Ihr Grundstück darf. Dieser Grundstücksnutzungsvertrag regelt, wo die Leitung entlangführt wird, wo im Haus der Anschlusskasten installiert wird und dass die ausführenden Firmen das Grundstück betreten dürfen. Eigentumsrechte sind davon nicht betroffen, auch eine Eintragung ins Grundbuch findet nicht statt.

Besteht damit die Verpflichtung, gleich auch einen Internet-Vertrag mit der e.discom oder den Stadtwerken Schwedt abzuschließen?

Nein, auf keinen Fall. Sie können sich Ihren Internetprovider selbst auswählen. Natürlich werben e.discom und die Schwedter Stadtwerke dafür, einen solchen Vertrag gleich mit abzuschließen. Dazu sind Sie aber nicht verpflichtet. Sie erhalten trotzdem den kostenlosen Zugang zum Glasfasernetz.

Und wenn ich gar kein schnelles Internet brauche?

Sie sind nicht verpflichtet, einen Vertrag abzuschließen. Sie können wie gewohnt Ihr altes Kupferkabel weiternutzen für Internet und Telefonie, wenn Ihnen das reicht. Die bisherige Anbindung wird nicht zurückgebaut. Die Chance, sich kostenlos ans Glasfasernetz anschließen zu lassen, sollten Sie dennoch nutzen.

Warum?

Weil es den Wert Ihrer Immobilie deutlich steigert. Sollten Sie Ihr Haus einmal verkaufen oder vererben, werden die neuen Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit nach schnellem Internet fragen. Denn das ist die Zukunft. Und wird sowohl für die berufliche Nutzung als auch für den alltäglichen Gebrauch immer unverzichtbarer.


Breitbandanbindung für 10.000 Haushalte

Spatenstich in Wichmannsdorf

Die Uckermark wird flächendeckend an das Highspeed-Internet angeschlossen. Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, hat am 22. September 2020 in Wichmannsdorf (Gemeinde Boitzenburger Land) den symbolischen Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes in der Uckermark vorgenommen.

Bild vergrößern: Erster Spatenstich Breitbandausbau in der Uckermark © atene KOM / Florian Schuh
Dr. Andreas Montebaur (Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG), Frank Zimmermann (Bürgermeister Boitzenburger Land), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer, Karina Dörk (Landrätin im Landkreis Uckermark) und Jörn Schoof (Geschäftsführer der e.discom) (l-r) begehen am 22.09.2020 in Wichmannsdorf den ersten Spatenstich zum Breitbandausbau in der Uckermark.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Uckermark digital – wir brauchen Gigabitnetze in ganz Deutschland. So sorgen wir flächendeckend für gleichwertige Lebensverhältnisse. Schnelles Internet erleichtert uns allen die Arbeit und den Alltag. Das zeigt die aktuelle Situation mehr denn je, wenn teilweise sogar die Schule virtuell stattfinden muss. Darum investieren wir massiv in den Ausbau der Netze: Hier in der Uckermark ist es bereits der zweite Ausbauabschnitt mit knapp 78 Millionen Euro. Damit werden über 10.000 Haushalte in 33 Gemeinden ans schnelle Internet angeschlossen.“

Mit dem vom Bund geförderten Breitband-Ausbau sollen Haushalte, Gewerbetriebe und Schulen in der Region, die bislang unterversorgt sind, künftig mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde im Internet surfen können. Als unterversorgt gelten Internet-Nutzer, die mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde („weißer Fleck“) ans Internet angeschlossen sind.

Mit dem Breitbandausbauprojekt werden die „weißen Flecken“ in der Uckermark verschwinden. Der Landkreis Uckermark erhielt zur Errichtung eines kreisweiten flächendeckenden Glasfasernetzes für zwei Ausbauprojekte insgesamt rund 82 Millionen Euro Bundesmittel und schafft die Grundlage für den Weg in die Gigabitgesellschaft. Das Land Brandenburg unterstützt den Breitbandausbau mit rund 50 Millionen Euro.

Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU) betonte: „Wir machen die Uckermark fit für die digitale Zukunft. Die Lebens- und Arbeitsqualität gerade in den ländlichen Regionen wird deutlich verbessert. Selbst die kleinsten Orte können sich dann superschnell übers Internet mit der ganzen Welt verbinden. Das ist vor allem für Firmen, Freiberufler und Kreative, die ein schnelles Internet brauchen, wichtig. Der Breitbandausbau macht uns als Wirtschaftsstandort attraktiv.“

Bei den Ausschreibungen für den öffentlich geförderten Ausbau haben sich mit den Schwedter Stadtwerken und der e.discom zwei regionale brandenburgische Unternehmen durchsetzen können.

„Damit wird zusätzliche Wertschöpfung in unserer Region erzeugt. Und es macht uns stolz, dass wir das schnelle Internet nicht nur haben wollen, sondern auch über die Kompetenz verfügen, ein solches Vorhaben umzusetzen“, erklärte die Landrätin.

Meilenstein geschafft: 11.000 aktive Kunden am geförderten Glasfasernetz

Bis heute konnten die beiden regionalen Glasfaser-Experten knapp 32.000 Unternehmen und Privathaushalte an das leistungsstarke Highspeed-Internet anschließen, davon fast 8.000 in der Uckermark. Mit Hemme Milch aus Schmargendorf, konnten die Schwedter Stadtwerke nun ihren 11.000sten Glasfaserkunden begrüßen. Allein in der Uckermark sind es bereits 3.800.

In Wirtschaft und Industrie aber auch im privaten Bereich wächst der Bandbreitenbedarf stetig. Schnelle und zukunftsfähige Internetanschlüsse sind unerlässlich. Für den Flächenlandkreis Uckermark ist der Ausbau der weißen Flecken ein sehr großes und immens wichtiges Projekt.

Karina Dörk, Landrätin der Uckermark: Für das kreisweite Glasfasernetz der bis dato unterversorgten „weißen Flecken“ wurden insgesamt 182 Millionen Euro verbaut. Bisher wurden etwa 1.600 Kilometer an Glasfasertrassen ausgehoben, die Anschlussquoten sind erfreulich hoch. Nun ist es wichtig, dass die Anschlüsse auch genutzt werden.

Der Netzausbau, umgesetzt durch die e.discom, geht voran. Etwa 30 Gemeinden in der Uckermark werden nach Abschluss des Weiße-Flecken-Ausbaus mit der gigabitfähigen Glasfasertechnologie versorgt sein.

Kontakt

Unternehmensverbund Stadtwerke Schwedt

Heinersdorfer Damm 55–57
16303 Schwedt/Oder

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