Auswertung der Badesaison 2026
Nach Beendigung der diesjährigen Badesaison am 15. September kann durch den Gesundheitsdienst abschließend eingeschätzt werden, dass die in die reguläre Überwachung einbezogenen Badegewässer in der Uckermark, ähnlich wie in den Vorjahren, eine gleichbleibend gute bis sehr gute Wasserqualität aufwiesen.
Durch den Gesundheitsdienst wurden gemäß der Brandenburgischen Badegewässerverordnung regelmäßig, mindestens einmal monatlich, an 45 Seen Kontrollen der hygienischen Bedingungen an den Stränden und Beprobungen des Badewassers vorgenommen. Aus Vorsorgegründen wurde darüber hinaus ein weiteres Gewässer in die Überwachung, aufgrund eines erteilten Auftrages durch die Amtsverwaltung, einbezogen. Den kontrollierten Badegewässern kann aus Sicht des Amtes, aufgrund der vorliegenden Untersuchungsbefunde eine sehr gute bis ausgezeichnete mikrobiologische Wasserqualität bescheinigt werden.
In diesem Jahr waren im Unteruckersee, an der Badestelle Am Kap in Prenzlau vom 26.06. bis zum 01.07.2026, im Wolletzsee, im Bereich der Badestelle Strandbad Angermünde vom 24.07. bis zum 27.07.2026 sowie im Mühlensee, an der Badestelle in Schwaneberg vom 28.08. bis zum 31.08.2026 Massenentwicklungen von Blaualgen festzustellen. Insbesondere in Ufernähe der Gewässer sind großflächige Algenteppiche zu erkennen gewesen. Durch die wolkenartige Verteilung der Blaualgen und starke Trübung des Wassers war die Sichttiefe in den Badegewässern teilweise massiv eingeschränkt. Auf diese Algenkonzentration und die damit verbundene potentielle Gesundheitsgefahr beim Baden wurden die Gäste durch ein Schild mit Warnhinweisen an den Badestellen, Mitteilungen in der örtlichen Presse sowie Hinweisen in der vom Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) im Internet veröffentlichten Badestellenkarte aufmerksam gemacht.
Während der Saison sind bei vereinzelten Badegästen nach dem erfrischenden Aufenthalt im Warthesee an der Badestelle in Warthe und im Wolletzsee an der Badestelle Strandbad Angermünde stark juckende Hautausschläge aufgetreten. Bei den unangenehmen Quaddeln auf der Haut kann es sich um eine durch Zerkarien hervorgerufene Badedermatitis (Zerkariendermatitis) gehandelt haben. Ihr Auftreten steht im engen Zusammenhang mit der Anwesenheit von Wasservögeln und Wasserschnecken im Strand- bzw. Uferbereich. Wassertemperaturen über 20 °C begünstigen die Entwicklung und damit das Überleben der Zerkarien im Wasser. Sie bohren sich in die Haut des Menschen, der hier als „Fehlwirt“ fungiert und sterben dann innerhalb kurzer Zeit ab. Bei Erstkontakt kann nur eine geringe Hautreaktion ausgelöst werden, die sich bei wiederholter Infektion verstärkt und dann bis zu 10 Tagen und länger anhalten kann. Die Bevölkerung wurde durch Hinweise und Empfehlungen an den Badestellen über entsprechende Verhaltensweisen beim Baden und nach dem Verlassen des Wassers aufgeklärt.
Bei der Überwachung der Badegewässer bzw. Badestellen wurden auch die physikalischen Parameter wie Sichttiefe und Wassertemperatur vor Ort gemessen, auf eventuelle Verschmutzungen des Wassers geachtet sowie die landseitigen Strandabschnitte überprüft. Der Pflegezustand der Badestrände ergab bei deren Besichtigungen keinen Grund für Beanstandungen.
Eventuelle Besonderheiten an den Badestellen, Beeinträchtigungen der Badewasserqualität sowie erforderliche Warnhinweise wurden der Bevölkerung durch Veröffentlichungen in der Presse, im Internet und über Aushänge direkt an den Badestellen zur Kenntnis gegeben. Die monatlichen Untersuchungsergebnisse der Badewasserproben wurden durch den Gesundheitsdienst ausgewertet und an den in unmittelbarer Nähe des jeweiligen Badegewässers aufgestellten Informationstafeln publiziert. Zusätzlich konnten sich die Badegäste durch die an den einzelnen Stränden veröffentlichten Badegewässerprofile und die allgemeinen Beschreibungen des Badegewässers über die Wasserqualität, die physikalischen, geografischen und hydrologischen Eigenschaften des Sees informieren.
Quelle: Landkreis Uckermark