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Datum: 08.10.2026

Jagdstrecke 2025/2026: Im Land Brandenburg weniger Schwarzwild erlegt

Das Landwirtschafts- und Umweltministerium hat als oberste Jagdbehörde die aktuellen Streckenzahlen für das Land Brandenburg veröffentlicht. Im Jagdjahr 2025/2026 wurden insgesamt 116.471 Stück Schalenwild erlegt oder als Fall- und Unfallwild der Jagdstrecke zugeordnet. Das sind 2.698 Stück oder rund 2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Zum Schalenwild zählen unter anderem Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Rehwild sowie Muffelwild. Die Schwarzwild-Jagdstrecke ist nach dem deutlichen Anstieg im Vorjahr wieder zurückgegangen: Mit 55.478 Stück fiel sie rund 8 Prozent niedriger aus als 2024/2025. Bei Damwild (plus 5 Prozent) und Rehwild (plus 4 Prozent) stiegen die Strecken dagegen, die Rotwildstrecke ging um rund 3 Prozent zurück.

Landwirtschafts- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt dankt der Jägerschaft: „Jägerinnen und Jäger leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Hege und Pflege sowie zum Schutz unserer Natur. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass wir in Brandenburg einen gesunden und artenreichen Wildbestand haben. Dafür bin ich sehr dankbar. Auch bei der Vermeidung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, beim Umbau zu klimaresilienten Wäldern und beim Schutz unserer Wildtierarten ist die Jägerschaft nach wie vor eine unersetzliche Stütze. Die Bejagung invasiver Arten, dazu zählen insbesondere Waschbären und Nutria, bleibt eine große Herausforderung.“

Die Rotwildstrecke lag mit 6.015 Stück um 190 Stück unter dem Vorjahreswert. Dies entspricht einem Minus von rund 3 Prozent. Deutliche Rückgänge waren insbesondere in Potsdam-Mittelmark und Elbe-Elster zu verzeichnen. In Potsdam-Mittelmark sank die Strecke von 119 auf 84 Stück und damit um rund 29 Prozent. Im Landkreis Elbe-Elster wurden mit 395 Stück rund 15 Prozent weniger Rotwild gemeldet als im Vorjahr (465 Stück). Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich in der Uckermark: Dort erhöhte sich die Rotwildstrecke von 664 auf 765 Stück und damit um rund 15 Prozent.

Beim Damwild meldeten die unteren Jagdbehörden eine Gesamtstrecke von 7.833 Stück. Das sind 393 Stück mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg von rund 6 Prozent. Eine deutlich höhere Strecke weist unter anderem die Prignitz auf. Dort erhöhte sich die Zahl von 119 auf 143 Stück und damit um rund 20 Prozent. Die höchsten Damwildstrecken entfielen weiterhin auf Oberhavel, die Uckermark und Potsdam-Mittelmark.

Die Muffelwildstrecke ist weiter zurückgegangen. Im Jagdjahr 2025/2026 wurden landesweit nur noch vier Stück verzeichnet, gegenüber 15 Stück im Vorjahr. Davon entfielen drei Stück auf den Landkreis Ostprignitz-Ruppin und ein Stück auf den Landkreis Märkisch-Oderland.

Nach dem deutlichen Anstieg im vorangegangenen Jagdjahr ist die Schwarzwild-Jagdstrecke im Jagdjahr 2025/2026 wieder zurückgegangen. Mit 55.478 Stück lag sie um 4.730 Wildschweine beziehungsweise rund 8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 60.208 Stück. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Landkreis Spree-Neiße aus. Dort sank die Schwarzwildstrecke von 2.962 auf 1.695 Stück und damit um rund 43 Prozent. Auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz verringerte sich die Strecke deutlich: Mit 2.548 Stück lag sie rund 27 Prozent unter dem Vorjahreswert von 3.482 Stück. Mit Ausnahme der Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Prignitz und Uckermark meldeten alle Landkreise und kreisfreien Städte Brandenburgs geringere Schwarzwildstrecken als im vorangegangenen Jagdjahr.

Die Rehwild-Jagdstrecke ist mit 47.141 Stück gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Damit lag die Strecke um 1.790 Stück beziehungsweise rund 4 Prozent über dem Ergebnis des Jagdjahres 2024/2025. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in Oberhavel aus: Dort erhöhte sich die Strecke von 3.608 auf 4.173 Stück und damit um rund 16 Prozent. Auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz nahm die Rehwildstrecke um rund 10 Prozent von 717 auf 787 Stück zu. Die höchsten Strecken entfielen auf die Uckermark mit 6.062 Stück, Ostprignitz-Ruppin mit 4.777 Stück und die Prignitz mit 4.615 Stück.

Die Streckenentwicklung beim Raubwild weist nach dem deutlichen Anstieg im Vorjahr einen Rückgang auf. Die Gesamtstrecke belief sich auf 66.393 Stück und lag damit um 6.730 Stück beziehungsweise rund 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Rotfuchsstrecke bewegte sich mit 22.214 Stück und einem Plus von rund 1 Prozent etwa auf Vorjahresniveau. Beim Steinmarder wurden 891 Stück gemeldet, rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Dachsstrecke verringerte sich um rund 4 Prozent auf 3.426 Stück.

Auch die Niederwild-Jagdstrecke fiel niedriger aus als im Vorjahr. Mit insgesamt 6.574 Stück lag sie rund 19 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Beim Feldhasen nahm die Strecke dagegen leicht um rund 4 Prozent auf 1.235 Stück zu. Beim Kaninchen belief sie sich auf 26 Stück und lag damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Die Fasanenstrecke verringerte sich um rund 16 Prozent auf 714 Stück. Bei den Enten, vorwiegend Stockenten, wurden 2.485 Stück gemeldet – rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Noch deutlicher fiel die Entwicklung bei den Gänsen, vorwiegend Graugänsen, aus: Die Strecke sank um rund 33 Prozent auf 1.666 Stück. Bei den Ringeltauben lag sie mit 448 Stück rund 11 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Beim Waschbären sank die Strecke nach dem Allzeit-Hoch im Vorjahr um rund 14 Prozent auf 37.481 Stück. Deutlicher waren die Rückgänge beim Marderhund mit 2.348 Stück (minus 17 Prozent) und beim Mink mit 33 Stück (minus 27 Prozent) aus. Die invasiven Arten Waschbär, Marderhund und Mink machen weiterhin rund 60 Prozent der gesamten Raubwildstrecke im Land Brandenburg aus.

Die invasiven Arten Nutria und Bisam unterliegen seit dem 1. Juni 2024 in Brandenburg nicht mehr dem Jagdrecht. Ihre Entnahme ist jedoch weiterhin möglich. Jagdausübungsberechtigte und Jagdscheininhaber mit entsprechender Jagderlaubnis können Bisam und Nutria in den jeweiligen Jagdbezirken erlegen. Damit leisten sie insbesondere einen Beitrag zum Schutz von Hochwasserschutzanlagen und Gewässern. Im Jagdjahr 2025/26 wurden durch die Jägerschaft 3.660 Nutria und 44 Bisam erlegt. Durch die Gewässerunterhaltungsverbände Brandenburgs wurden im Rahmen ihrer Tätigkeit zusätzlich 2.058 Nutria und 310 Bisam entnommen.

Quelle: Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz